Das Flug-Gelände am Tegelberg

Flugordnung

Die Tegelbergbahn hat aus Gründen der Flugsicherheit und zur Sicherstellung eines geordneten Start-, Flug- und Landebetriebes folgende Flug- und Betriebsordnung für Gleitschirm- und Drachen-Flieger erlassen:

Allgemeines:

Grundsätzlich dürfen am Tegelberg nur Gleitschirm- und Drachenflieger mit einem gültigen Befähigungsnachweis fliegen und nur einen Gleitschirm oder Drachen verwenden, der ordnungsgemäß zugelassen und versichert ist. Die Gleitschirm- und Drachen-Flugschulen, die eine Ausbildungsgenehmigung für den Tegelberg besitzen, dürfen ihre Flugschüler im Rahmen der Höhenflugschulung ausbilden. Jeder Gleitschirm- und Drachenflieger muss eine Einweisung in das Fluggelände erhalten. Für die Gleitschirmflieger wird die so genannte „Grüne Karte“ als Flugberechtigung am Tegelberg ausgestellt.

Das Betreten des Start- und Landegeländes ist nur für das Starten und Landen erlaubt. Der Aufenthalt auf der Startrampe und im Landegelände ist für alle Personen verboten. Lediglich der Startleiter und ein Fluglehrer pro Flugschule dürfen sich auf der Startrampe und im Landegelände aufhalten und auch nur dann, wenn es für den Flugbetrieb, bzw. für die Sicherheit der Ausbildung erforderlich ist. Rauchen auf oder in unmittelbarerer Nähe der Startrampe und auch im Landegelände ist verboten. Im Bereich des Aufbauplatzes und  im Bereich des Lande- und Abbauplatzes der Gleitschirm- und Drachenflieger ist das Mitführen und der Aufenthalt von Hunden, Katzen und anderen Tieren aus Gründen der Sicherheit und der erforderlichen Hygiene ebenfalls verboten.

Aufbauplätze für Gleitschirme und Drachen:

Der Aufbauplatz für Gleitschirme und Drachen  befindet sich direkt neben der Bergstation der Tegelbergbahn. Ein Auslegen des Gleitschirmes, zwecks Kontrolle des Fluggerätes, ist auf der Startrampe bei Flugbetrieb untersagt. Alle Drachen- und Gleitschirmflieger haben dafür zu sorgen, dass ihr aufgebautes Fluggerät für Fliegerkollegen einen Weg zum Startplatz frei lässt.  Im Regelfall ist nach dem Aufbau des Fluggerätes zügig zu starten.

Starten von der Nordwest- oder Ostrampe:

Gleitschirm- und Drachenflieger können nach Startfreigabe des Startleiters oder bei dessen Abwesenheit nach eigenem Ermessen und eigener Verantwortung starten. Aus Gründen der Sicherheit sind Flüge mit dem Gleitschirm während der Ausbildung von der Ostrampe nicht gestattet. Gleitschirm- und Drachentandemflüge von der Ostrampe sind für ausgebildete und professionelle Tandempiloten ( min. 100 Tandemstarts ) erlaubt.

Hat der Gleitschirm- oder Drachenflieger eine Minute nach Startfreigabe keinen Startversuch unternommen, so hat der Betreffende nach Aufforderung den Startplatz unverzüglich zu verlassen und dem nachfolgenden Flieger Platz für den Start zu machen. Für Flugschüler entscheidet jeweils der verantwortliche Fluglehrer.

Die ortsansässigen Drachenflieger, die sich nicht in der Ausbildung befinden, genießen Vorrang beim Start, wenn sie startfertig sind und in einem „5er-Pulk“ starten, (vor allem an heißen Sommertagen), da deren Starts sehr zügig erfolgen.

Verbot des Fliegens und Landens im Bereich des Startplatzes:

Das Fliegen vor und im unmittelbaren Bereich der Startrampen ist aufgrund der erforderlichen Flugsicherheit strengstens verboten. Dies gilt auch für Landungen im Bereich des Startplatzes. So genannte „touch and go“ sind vom jeweiligen Startleiter zu genehmigen und nur dann erlaubt, wenn kein Startbetrieb mehr stattfindet. 

Fliegen im Bereich des Tegelberges:

Grundsätzlich erfolgt das Fliegen für Gleitschirme und Drachen nach eigener Entscheidung und gemäß der allgemeinen Vorschriften. Drachen haben aufgrund Ihres größeren Aktionsradius, der höheren Geschwindigkeit und der höheren Flugleistung den Gleitschirmfliegern Vorrang beim Fliegen einzuräumen, denn das Fluggerät mit der größeren Flugleistung ( Drachen ) hat dem Fluggerät mit der geringeren Flugleistung ( Gleitschirm ) im Regelfall Vortritt zu lassen.

Dies bezieht sich nicht auf die Hangflugregeln, das Kreisen in der Thermik und auch nicht auf das Landeverfahren, sondern auf das freie Fliegen am Tegelberg.

Die vorgeschriebenen Abstände zur Bergstation, der Bergbahn und der gesamten Anlage sind sehr gewissenhaft einzuhalten, damit keine Gefährdung für Außenstehende entstehen kann.

Die Talstation der Bergbahn und der Parkplatz an der Talstation müssen mit mindestens 300 m Höhe überflogen werden. Dieser Sicherheitsabstand gilt auch für das Überfliegen der nahe gelegenen Orte und der berühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

„Kunstflug“ ist am Tegelberg absolut verboten und wird in jedem Fall zur Anzeige bei den zuständigen Behörden gebracht. 

Die „Position“ für Gleitschirm- und Drachenflieger:

Für alle Gleitschirmflieger gilt als „Position“ der Luftraum zwischen Hornburg und Landeplatz. Für alle Drachenflieger ist die „Position“ im Luftraum über dem Bach mit der Baumreihe beim Landeplatz festgelegt. Die jeweilige „Position“ ist in ausreichender Höhe anzufliegen. Dabei ist aus Sicherheitsgründen zu beachten, dass weder der Landeplatz überflogen noch die „Position“ der jeweils anderen Luftsport-Kollegen ( Drachen oder Gleitschirm ) mit der eigenen Flugbahn gekreuzt wird. Also, kein Aufenthalt im Bereich der „Position“ der anderen Fliegerkollegen, damit es nicht zu unerwünschten Annäherungen von Gleitschirm und Drachen im Bezug auf die Landeinteilung kommen kann.

Die Landeinteilung für Gleitschirme und Drachen:

Aufgrund der erforderlichen Flugsicherheit und damit ein geordnetes Verfahren bei der Landeinteilung gewährleistet ist, landen die Gleitschirm- und Drachenflieger in den jeweils genau eingeteilten Landeplätzen und halten sich präzise an die Landeeinteilung wie folgt:

Drachenflieger wählen, je nach Windrichtung, von der „Position“ aus eine Links- oder eine Rechtsvolte ( siehe Landeeinteilung für Drachen auf dem Luftbild ). Die Landeeinteilung und vor allem der Endanflug der Gleitschirmflieger darf in keinem Fall gekreuzt werden. Kommt es zu einem gleichzeitigen Endanflug eines Drachen- und Gleitschirmfliegers so ist ein seitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 10 m einzuhalten. Bei „Null“-Wind ist für Drachenflieger grundsätzlich eine Linksvolte zwingend vorgeschrieben.

Gleitschirmflieger wählen, je nach Windrichtung, von der „Position“ aus eine Rechts- oder Linksvolte (siehe Landeeinteilung für Gleitschirme auf dem Luftbild). Die Landeeinteilung und vor allem der Endanflug der Drachenflieger darf in keinem Fall gekreuzt werden. Kommt es zu einem gleichzeitigen Endanflug eines Gleitschirm- und Drachenfliegers so ist ein seitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 10 m einzuhalten. Bei „Null“-Wind ist für Gleitschirmflieger grundsätzlich eine Rechtsvolte zwingend vorgeschrieben.

Sicherheitshöhe über der Strasse:

Beim Überfliegen der Straße am Landeplatz haben Drachen- und Gleitschirmflieger eine Mindestflughöhe von 10 m aus Sicherheitsgründen einzuhalten, damit Fußgänger auf dem Gehweg und der Fahrzeugverkehr auf der Straße in keiner Weise gefährdet werden.

Verlassen des Landeplatzes, Abbauplätze für Drachen- und Gleitschirme:

Nach der Landung ist der Landeplatz unverzüglich in Richtung Abbauplatz zu verlassen. Die Drachenflieger bauen ihre Fluggeräte am Abbauplatz beim Parkplatz am Bach ( siehe Luftbild ) ab. Die Gleitschirmflieger legen Ihre Schirme am Abbauplatz bei der Hütte am Schlepplift ( Falkenlift ) zusammen. Alle Fluggeräte sind nach der Landung am jeweiligen Abbauplatz sofort abzubauen.

Sonstiges:

Nur Starts von den Startrampen:

Das Starten am Tegelberg ist grundsätzlich nur von der Nordwest- oder Ostrampe erlaubt. Ist aus witterungsbedingten Gründen ein Start von dem Nordwest-Startplatz nicht möglich, so dürfen im Einzelfall  Ausbildungsflüge der am Tegelberg zugelassenen Gleitschirm-Schulen von der Skipiste durchgeführt werden.

 Keine Schulungs- oder Tandemstarts aus dem Täfeleshang !

 Achtung Gleitschirmflieger !

Keine Landung in Richtung Drachenflieger-Landeplatz !

Der Landeanflug muss grundsätzlich immer  mit der „Position“ beginnend aus dem Gegen-, Quer- und Endanflug bestehen. Der Endanflug bei Gleitschirmen hat immer in der gemäß Luftbild festgelegten Richtung ( je nach Windrichtung ) zu erfolgen. Also entweder in Richtung Osten bei Nord- bis Südostwind oder in Richtung Westen bei Südwest – bis Nordwestwind. Gleitschirmlandungen in Richtung Norden, also in Richtung des Drachenflieger-Landegeländes sind in keinem Fall erlaubt. Falls erforderlich, müssen die Landungen auch quer zum Wind erfolgen. Bitte die Vorgaben für die Landerichtungen auf dem Luftbild genau beachten !

Drachenflieger haben im Endanflug Vorrang !

Alle Gleitschirm-Flieger haben im Endanflug grundsätzlich den Drachenfliegern Vorrang einzuräumen, falls es bei der Landung zu einer gefährlichen Annäherung kommen sollte. Drachenflieger haben aufgrund ihrer geringeren Möglichkeiten des Ausweichens in Bodennähe immer Vorfahrt bei der Landung vor einem Gleitschirm-flieger! Die Gleitschirmflieger müssen in einem solchen Fall einer gefährlichen Annäherung im Endanflug sofort abdrehen und oberhalb ( südlich ) des Gleitschirm-Landeplatzes die Wiesenfläche zum Landen nutzen.

Behördliche Genehmigungen und sonstige Bestimmungen:

Diese Flug- und Betriebsordnung ergänzt die behördlichen Genehmigungen, Auflagen und die sonstigen Bestimmungen, die den Flugbetrieb für Gleitschirm- und Drachenfliegen regeln. Die Geschäftsleitung der Tegelbergbahn behält sich weitere Bestimmungen und Einzelmaßnahmen vor, wenn damit die Flugsicherheit erhöht werden kann und ein noch besserer Ablauf des Flugbetriebes sichergestellt wird.

Flugverbot bei Zuwiderhandlungen:

Die Geschäftsleitung der Tegelbergbahn behält sich das Recht vor, ein Flugverbot von bestimmter Dauer gegenüber Personen zu verhängen, die gegen diese Flug- und Betriebsordnung verstoßen oder in sonstiger Weise die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Flugbetrieb stören oder gefährden. Dieses Flugverbot kann gegebenenfalls mit einem Beförderungs- und /oder Zutrittsverbot zusätzlich belegt werden.

Tandem- / Passagierflüge:

Tandem-/Passagierflüge sind nur mit der entsprechenden Genehmigung der Geschäftsleitung der Tegelbergbahn gestattet.

Kommerzielle Passagierflüge dürfen nur durch die am Tegelberg zugelassenen Flugschulen durchgeführt werden, bzw. in Absprache mit diesen.

Informationspflicht:

Alle Gleitschirm- und Drachenflieger haben die Pflicht, sich an der Informationstafel in der Talstation der Tegelbergbahn über sonstige Neuerungen, etc. ständig und selbstständig zu informieren. Auskünfte erteilen auch die am Tegelberg zugelassenen  Gleitschirm- und Drachenflugschulen oder können an der Kasse der Tegelbergbahn eingeholt werden.

 Die Eintragung in das Flugbuch ist Pflicht!

Schwangau, den 12.05.2011

Tegelbergbahn GmbH & Co. KG

Franz Bucher

Geschäftsführer

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